• Zeitraum: 1900 bis 1950

1900 bis 1950

Militärparade in Parchim vor Großherzogin Alexandra, 1910 Militärparade in Parchim vor Großherzogin Alexandra, 1910

Landesregion Mecklenburg

Der Großschiffbau ist 1900 auf stählerne Dampfer umgestellt. Technische Schulen entstehen (Technische Schule (Technikum)). Große Güter erreichen nationale Spitzenplätze. Der Fremdenverkehr entfaltet sich. Mit Kriegsausbruch 1914 wird der Belagerungszustand erklärt. In Schwerin prosperieren die Fokker-Flugzeugwerke. Die Novemberrevolution beendet 1918 die Monarchie. Es entstehen die Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Staat und Kirche werden getrennt. Die Industrie konzentriert sich in fünf Großbetrieben. Auf dem Lande sind 43 % der Bevölkerung tätig. 1929 beträgt die Arbeitslosigkeit 14 %.

Die Universität erhält Klinikneubauten. Ernst Barlach formt seine Hauptwerke in Güstrow.

Ab 1932 regiert die NSDAP in Mecklenburg. 1933 werden die Länderparlamente aufgelöst und beide Länder vereinigt. Mecklenburg wird Zentrum des Flugzeugbaus und ab 1942 verstärkt bombardiert. Flüchtlinge kommen ab Anfang 1945 ins Land. Die Bevölkerungszahl verdoppelt sich.

Im Herbst 1945 werden die Rüstungsbetriebe demontiert. Die Bodenreform enteignet etwa 4.000 Landwirte zugunsten von Neubauern. Bei Landtagswahlen 1946 gewinnt die SED knapp. 1950 werden die Sitze durch die "Nationale Front" zuvor aufgeteilt.

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Ostseebad Göhren um 1905 Ostseebad Göhren um 1905

Landesregion Vorpommern

Das Industriezentrum Stettin erreicht bis 1914 eine deutsche Spitzenposition und ist mit 230 000 Einwohnern die einzige Großstadt Pommerns. Rügen und Usedom werden Urlaubszentren mit einer „Bäderarchitektur“. Swinemünde ist mit über 40 000 Gästen größtes deutsches Ostseebad.
Auf der Insel Riems entsteht 1910 die weltweit erste virologische Forschungsstätte.

Mit Kriegsbeginn 1914 übernimmt das II. Armeekorps in Stettin die Verwaltung. Die Ernährung wird zwangsbewirtschaftet. Handelsschiffe werden beschlagnahmt oder versenkt. Die Industrie wird auf Kriegsproduktion umgestellt.

In der Novemberrevolution von 1918 wird die kaiserliche Familie entthront. Arbeiter,- Soldaten- und Matrosenräte übernehmen in mehreren Städten die Macht.

In Stettin findet 1922 der erste „Pommersche Katholikentag“ statt. Die Protestanten wählen die „Pommersche Provinzialsynode“.

Die Krise trifft Landwirtschaft und Industrie. Von vier vorpommerschen Werften überlebt nur die Oderwerft. Die Vulcan-Werft schließt 1927. Großagrarier in Pommern besitzen etwa die Hälfte der Nutzfläche. Dort arbeiten 57 % der Bevölkerung. Viele Betriebe überleben nur durch das „Osthilfeprogramm“ oder werden aufgesiedelt.

1932 wird der Regierungsbezirk Stralsund mit Stettin vereinigt. Pommern stimmt mit 43,1 % mehrheitlich für Hitler. Der Provinziallandtag wird 1933 aufgelöst. Die Universität wird in „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ umbenannt.

Ende 1933 entsteht in Stettin ein Konzentrationslager. Gegen den NS-Pastorenbund unter Führung der „Deutschen Christen“ tritt 1934 die „Evangelische Bekenntnissynode in Pommern“ auf. 55 Pfarrer werden verhaftet. 1938/39 schließen die katholischen Schulen. 1940 werden die Juden des Regierungsbezirks in das besetzte Polen deportiert und fast alle ermordet. Katholiken werden 1943 im „Fall Stettin“ verfolgt.

Der Rügendamm und das Seebad Prora werden NS-Prestigeobjekte. Zentren des Flugzeugbaus entstehen. Peenemünde wird Technologiezentrum für Sprengstoffraketen. In allen Werken leisten Häftlinge Zwangsarbeit.

Die Toten und die Bombardierung der Städte führen zu Kriegsmüdigkeit. Die Rote Armee überrennt Vorpommern innerhalb von fünf Tagen. Etwa 375.000 Zivilisten werden vertrieben. Über 80 % des Gebietes, Stettin und Swinemünde fallen an Polen.

Die „Sowjetische Militäradministration“ regiert mit Befehlen. Die Verwaltung liegt in deutschen Händen. Mecklenburg-Vorpommern existiert von 1945 bis Januar 1947.

Die Greifswalder Universität beginnt 1946 wieder ihre Tätigkeit.

Rüstungsbetriebe werden demontiert. Nahrungsmittel-, Energie- und Wasserwerke erholen sich. Die Werften starten neu. Das Bauwesen erhält um 1947 Aufschwung.

1950 sind durch die Bodenreform 4.007 Betriebe enteignet. Es entstehen 77.178 neue Bauernstellen, die Hälfte für Flüchtlinge und Ausgewiesene, und Volkseigene Güter.

Die Kirchen suchen innere Konsolidierung. Durch Flüchtlinge erhöht sich die Zahl der Katholiken in Vorpommern auf etwa 100 000. Überlebende Juden bilden eine Landesgemeinde.

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Exponate aus dem Zeitraum 1900 bis 1950:

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