Politik 1900 bis 1950

Neubrandenburg am Ende des Zweiten Weltkriegs <br> im Mai 1945 Neubrandenburg am Ende des Zweiten Weltkriegs
im Mai 1945

Landesregion Mecklenburg

Um 1900 ist Mecklenburg in das Deutsche Reich eingegliedert und erhält mit Kriegsausbruch 1914 eine Militärverwaltung. 1918 endet die Monarchie im Deutschen Reich. Aus freien Wahlen gehen 1919 die Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz und demokratische Verfassungen hervor. Regierungen aus rechten und linken politischen Lagern wechseln sich ab.


1932 regiert in Mecklenburg-Strelitz eine Koalition von Deutsch-Nationalen und NSDAP. In Mecklenburg-Schwerin erhält die NSDAP fast 49% der Stimmen. 1933 werden beide Länder vereinigt. Ein Reichsstatthalter, der auch Gauleiter der NSDAP ist, regiert Mecklenburg. Das Land wird Zentrum des Flugzeugbaus und daher im Zweiten Weltkrieg ab 1942 stark bombardiert.

Die Versorgung bricht bei Kriegsende zusammen. Mecklenburgs Bevölkerung verdoppelt sich durch Flüchtlinge. Orts- und Kreiskommandanturen und die „Sowjetische Militäradministration in Mecklenburg“ regieren mit Befehlen. Die Verwaltung wird offiziell in deutsche Hände gelegt. Wahlen zum Landtag Mecklenburg-Vorpommerns enden 1946 für die SED knapp. 1947 wird die Verfassung beschlossen. Im „Speziallager 9, Fünfeichen“ werden bis 1948 bis zu 12.500 Menschen inhaftiert und teilweise nach Sibirien deportiert.

Bei Wahlen für die Volkskammer der 1949 gegründeten DDR, den Landtag und die Kommunalparlamente 1950 werden die Sitze durch die „Nationale Front“ zuvor aufgeteilt.

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Zerstörung Anklams 1945 Anklam 1945

Landesregion Vorpommern

Um 1900 ist Stettin mit 230 000 Einwohnern 1910 die einzige Großstadt Pommerns. Mit Kriegsbeginn 1914 übernimmt das II. Armeekorps in Stettin die Verwaltung.

Im November 1918 endet die Monarchie. Revolutionäre Matrosen aus Kiel landen in Stralsund und Wolgast. Arbeiter,- Soldaten- und Matrosenräte übernehmen in Stralsund, Barth, Loitz, Pasewalk, Torgelow oder Wolgast die Macht. Der Belagerungszustand endet in Pommern im Juli 1919 durch einen Generalstreik. Der Provinzialverband wird gestärkt.

1932 wird der Regierungsbezirk Stralsund mit Stettin vereinigt. Pommern stimmt 1932 mit 43,1 % mehrheitlich für Hitler. Der Provinziallandtag wird 1933 aufgelöst. Durch Eingemeindung von zwei Kleinstädten und 36 Dörfern wird Groß Stettin geschaffen. Der Kreis Randow wird aufgelöst.

Ende 1933 entsteht auf der stillgelegten Vulcan-Werft ein Konzentrationslager. Etwa 1 000 männliche Juden aus Stettin werden nach der Pogromnacht 1938 im Konzentrationslager Oranienburg interniert. 1940 werden die Juden des Regierungsbezirks Stettin in das besetzte Polen deportiert und fast alle ermordet.

Etwa 375 000 Zivilisten werden bei Kriegsende aus Pommern vertrieben. Über 80 % des Gebietes fällt an Polen. Flüchtlingstrecks blockieren die Straßen. Innerhalb von fünf Tagen wird bis zum 1. Mai 1945 Vorpommern von der Roten Armee überrannt. Prenzlau und Demmin gehen in Flammen auf. Das Inferno führt zum Massensuizid. Die „Sowjetische Militäradministration“ regiert mit Befehlen. Die Verwaltung wird in deutsche Hände gelegt. Stettin und Swinemünde fallen abweichend vom übrigen Grenzverlauf in der Odermitte an Polen.

Mecklenburg-Vorpommern existiert von 1945 bis Januar 1947. Dann löst der Alliierte Kontrollrat den Staat Preußen auf. „Vorpommern“ fällt in der Landesverfassung 1947 weg. Wahlen zum Landtag enden 1946 für die SED knapp.

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Exponate aus dem Bereich Politik:

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Ende des 2. Weltkriegs in Mecklenburg

Sonderausstellung im Virtuellen Landesmuseum
Union Jack aus Wismar, 1945