Reformation in Mecklenburg – Einführung

Bereits im 15. Jahrhundert setzen Humanisten wie Ulrich von Hutten erste reformatorische Signale.

 

Nach dem Thesenanschlag Martin Luhers in Wittenberg (1517) verkünden lutherische Prediger wie Aegidius Faber in Schwerin oder Joachim Slüter in Rostock die neue Lehre.

 

Für die einfachen Christen geht es in der Reformation um viel: zum einen um das individuelle Seelenheil und die Wege zu seiner Erlangung. Es geht aber auch um die Minderung drückender finanzieller Belastungen, die der Klerus den Menschen auferlegt.

 

Slüter, der Verfasser des ältesten niederdeutschen Gesangbuches, wird durch den Syndikus Johann Oldendorp unterstützt. Oldendorp reformiert 1530 die Rostocker Kirchenordnung.

 


Die Erinnerung an die Reformation in Mecklenburg wird im 19. Jahrhundert auch immer im Zusammenhang mit der fürstlichen Familie als einer „treibenden“ Kraft verbunden.

Fenster in der Sternberger Kirche um Gedenken an die Reformation. Es zeigt in idealisierter Buntglasdarstellung Martin Luther zwischen den beiden mecklenburgischen Herzögen Johann Albrecht I. und Heinrich V. Fenster in der Sternberger Kirche zum Gedenken an die Reformation

Buntglasfenster „Lutherfenster“ in der Sternberger Stadtkirche

1895

Im Gedenken an die Reformation in Mecklenburg 1549 sind für die Sternberger Kirche bei deren neogotischer Umgestaltung 1895/96 mehrere Kunstwerke in Auftrag geben worden.

Ein Fenster an der Südseite des Chores trägt die Widmung: „Zum dankbaren Erinnern an die Einführung der reinen Lehre des christlichen Evangeliums in Mecklenburg". Es zeigt in idealisierter Buntglasdarstellung Martin Luther zwischen den beiden mecklenburgischen Herzögen Johann Albrecht I. und Heinrich V.

1549 erfolgt der Konfessionswechsel auf dem ständischen Landtag bei Sternberg.

Eine neue Kirchenordnung bildet ab 1552 für Jahrhunderte die Grundlage der Landeskirche. Sie schreibt den Protestantismus für Mecklenburg und die auf den Landesherrn als summus episcopus zugeschnittene Kirchenstruktur fest. Erster Bischofsadministrator wird Ulrich I. zu Mecklenburg.

Die Klöster werden säkularisiert. In Rostock, Malchow, Ribnitz und Dobbertin entstehen protestantische Frauenstifte. Der römisch-katholische Widerstand wird unterdrückt. Es gilt der Grundsatz „cuius regio, eius religio“ – wer regiert, bestimmt die Religion. Die Superintendentenordnung strukturiert 1571 die evangelisch-lutherische Landeskirche mit den Kirchenkreisen Wismar, Güstrow, Parchim, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg.

Zu Raum 1

der Sonderausstellung
Reformation in Mecklenburg
Infoboxbild Reformation in Mecklenburg: Herzog Ulrich von Mecklenburg-Güstrow mit seiner ersten Gemahlin Anna von Brandenburg Zum ersten Raum

Schiedsspruch

an der Sagsdorfer Brücke
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgt eine verstärkte Rückbesinnung auf die inhaltlichen Ziele der Reformation.
Fresko in der Sternberger Kirche: Schiedsspruch an der Sagstorfer Brücke (Greve 1896)

Das großformatige Fresko von Fritz Greve in der Sternberger Stadtkirche stellt den im freien Gelände an der Sagsdorfer Brücke abgehaltenen Landtag vom 15. Juni 1549 dar. Auf diesem Landtag beschlossen die Landstände für Mecklenburg die Reformation. Das historisierend-idealisierende Fresko entstand im Zusammenhang mit der neogotischen Umgestaltung des Kircheninneren durch Gotthilf Ludwig Möckel 1895/96.

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