Archiv_der_Hansestadt_Rostock_3.02. 4.6.1. Inv.Nr.17668 Bild: Archiv der Hansestadt Rostock, 3.02. 4.6.1. Inv.Nr.17668

Ein reichsweiter Pogrom

 

Die Synagoge in der Rostocker Augustenstraße war die größte in Mecklenburg.

Am 10. November 1938 setzten die Nationalsozialisten die Synagoge in Brand. Sie entfesselten eine massive Welle der Gewalt, die von der Zerstörung jüdischer Geschäfte und Wohnungen bis hin zu brutaler körperlicher Gewalt reichte. 64 jüdische Menschen wurden zeitweise durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftet, um sie zur Auswanderung zu zwingen. Unter den im Zuchthaus Alt-Strelitz Inhaftierten befand sich auch Richard Schlomann.

Die Gewalt in Rostock war kein ungesteuerter Exzess, sondern Teil eines gezielten reichsweiten Pogroms. Diesem gaben die Nazis in Anspielung auf viele eingeworfene Fensterscheiben den Namen "Reichskristallnacht". In den nun folgenden Jahren bis zum Kriegsende 1945 wurden Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich und in den von Deutschland kontrollierten Gebieten erbarmungslos verfolgt und systematisch ermordet.



Harry Schlomann

Ein jüdischer Junge aus Mecklenburg
Denkstein Harry Schlomann (Foto: By N3MO [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons) Zum Beginn der Sonderausstellung