Richard_Schlomann_grosses_Foto Richard Schlomann (1878–1943). Bild: Archiv der Hansestadt Rostock

Am 9. Dezember 1938 beantragten Richard Schlomann und seine Ehefrau Hedwig in Rostock die Ausstellung von Kennkarten.

Diese Anträge sind im Archiv der Hansestadt Rostock überliefert (Sign. 1.1.8.744, Nr. 103 und Nr. 104) .

Die Kennkarten sind eine wichtige Quelle zum Leben der Großeltern von Harry Schlomann, zumal zu ihnen zwei Passbilder gehören.

 

Richard Schlomann wurde am 31.3.1878 in Malchow geboren. Hier betrieb er in dritter Generation eine Tuch-, Manufaktur- und Modewarenhandlung mit einer Getreidehandlung und einem Sämereigeschäft. Der gelernte Kaufmann engagierte sich im lokalen Landwirtschaftlichen Verein.

Am 14.8.1908 heiratete er in Montabaur seine Frau Hedwig.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Gefreiter und erhielt u.a. das "Eiserne Kreuz".

Von Malchow zog er am 25.5.1938 nach Rostock in die Blutstraße 28. In Rostock musste er den Lebensunterhalt der Familie als Tiefbauarbeiter verdienen.

Am 11.11.1942 wurde Richard Schlomann in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

In Theresienstadt starb Richard Schlomann im Mai 1943.

Hedwig_Schlomann_grosses_Foto_ Hedwig Schlomann (1878–1943). Bild: Archiv der Hansestadt Rostock

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1.9.1939 hatten die in Rostock verbliebenen 70 Jüdinnen und Juden kaum noch eine Chance, Deutschland zu verlassen. Für die meisten bedeutete das den Tod.


Hedwig Schlomann, geborene Löwenthal, wurde am 15.3.1878 in Montabaur geboren.

Hier heiratete sie am 14.8.1908 Richard Schlomann und ging mit ihm in die mecklenburgische Kleinstadt Malchow. Das Paar hatte drei Kinder.

Von Malchow zog sie gemeinsam mit ihrem Mann im Mai 1938 nach Rostock.

Am 11.11.1942 wurde Hedwig Schlomann in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

In Theresienstadt starb Hedwig Schlomann im Mai 1943.

Harry Schlomann

Ein jüdischer Junge aus Mecklenburg
Denkstein Harry Schlomann (Foto: By N3MO [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons) Zum Beginn der Sonderausstellung