Fasching_Alter_Hafen_Ende_1980er_Jahre_340 Fasching in der Gaststätte "Alter Hafen"
in Rostock, um 1988
Quelle: Norbert Werth

Raum 1: Alles selbstverständlich?

  

Angesichts heutiger digitaler Kontaktmöglichkeiten ist kaum mehr zu erahnen, wie schwierig es vor 35 Jahren war, in Mecklenburg schwule, lesbische und trans* Personen kennenzulernen.

 

Im Vergleich mit allen anderen sozialistischen Staaten, übrigens auch mit der Bundesrepublik, hatte die DDR zwar früh begonnen, rechtliche Diskriminierung von Homosexuellen abzubauen. Dennoch blieb Homosexualität ein Tabu und queere Menschen wurden auf viele Arten gesellschaftlich benachteiligt. Ein Beispiel: Verheiratete bekamen in der DDR bevorzugt Wohnraum – wer nicht heterosexuell lebte, konnte nicht heiraten.

 

Besondere Treffpunkte hielt die Regierung für unnötig. Als Orte, an denen sich Schwule begegneten, entstanden ohne staatliches Zutun z.B. in Rostock die Wallanlagen, ein Strandabschnitt in Markgrafenheide und einige Lokale wie ALTER HAFEN, STORCHENBAR, ALTE MÜNZE, TÖNNCHEN oder TERRASSENCAFÉ. Lesbische Frauen oder trans* Personen hatten kaum Möglichkeiten zur Vernetzung und blieben unsichtbar.

 

Stark diskriminiert wurden trans* Personen. Namens- und Personenstandsänderung waren fast unmöglich, geschweige denn Hilfe bei einer Geschlechtsangleichung. An vielen Arbeitsstellen erlebten trans* Personen Nachteile.

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Treffen: offline

Durchbruch

Treffpunkte für lesbische Frauen entstanden erst Jahre nach dem Ende der DDR. Am 19. Juli 1996 öffnete in Rostock das "Wespennest" in der Karlstraße 9. Kurz nach der Jahrtausendwende entstand in der Rostocker Schröderstraße 21 der "Durchbruch" .

Quelle: Undine Ringewald

Das "Wespennest" kurz vor der Eröffnung 1996