Schützenkette

1920/30er-Jahre, 19 Anhänger, rückseitig beschriftet, Länge: ca. 90 cm

Solche Ketten werden dem Schützenkönig verliehen und mit den neu hinzukommenden Orden erweitert. Erste Schützenzünfte in Mecklenburg sind 1514 nachgewiesen. Vereine in heutiger Form gehen auf das frühe 19. Jh. zurück. Ein Zusammenschluss im Mecklenburger Schützenbund entsteht 1865, nach der 1861 erfolgten Gründung des Deutschen Schützenbundes in Gotha.

Besonders in Kleinstädten bietet das jährliche Schützenfest Abwechslung im sonst eher eintönigen Leben: „Im ewigen Einerlei fließen die Tage in einem solchen kleinen mecklenburgischen Landstädtchen hin […] Aber einen Tag haben diese privilegierten Sitze der Langweiligkeit, der sie für das ganze Jahr vollkommen entschädigt, den gewöhnlich in der Mitte des Sommers stattfindenden ‚Königsschuss‘.[…] Die längst ersehnte Zeit des Königsschusses, gewöhnlich im Monat Juli gefeiert, rückt endlich mit bleiernen Schwingen heran. Das grau löschpapierne „Intelligenzblatt“ des Landes enthält eine in zierlichen Worten 

abgefasste Einladung „der Älterleute der ehrbaren Zunft“, an Nah und Fern, das Fest durch zahlreichen Besuch zu verherrlichen. Bedeutungsvoller Tag, wo diese Nummer des Blattes in dem Städtlein, dessen Name unter der Einladung prangt, zuerst anlangt. […] Unter sehnsüchtigem Harren, verkürzt durch notwendige Zurüstungen mancher Art, die alle disponiblen Hände jeder Familie vollauf beschäftigen, ist endlich die letzte Woche verstrichen und der Vorabend gekommen. Das Aussehen des Ortes ist ganz verändert und mit dem alltäglichen gar nicht zu vergleichen. Schmutzhaufen aller Art, die das ganze Jahr sich einer ungestörten Ruhe in den Straßen erfreuen durften, sind von ‚Magistratswegen‘ entfernt, damit der feierliche Zug der Schützen dadurch nicht zum Stolpern gebracht würde. […] Alles ist heute voll Lust und Regsamkeit, denn morgen ist ja Königsschuss. Auf den Straßen werden Buden aufgeladen und an den Platz des Festes, gewöhnlich vor dem Tore, nahe am stattlichen Schützenhause, gefahren, dort Näschereien aller Art und bunte Galanteriewaren, wie sie der begehrlichste Sinn nur wünschen kann, aufzunehmen.“
(August Lewald: „Chronik der gebildeten Welt“ 1846)

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Text: C. RC.

Das Exponat bezieht sich auf:

Mecklenburg bis 1945

Das Originalexponat finden Sie hier:

Stiftung Mecklenburg

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Schliemannstaße 2
19053 Schwerin (Eingang zur Ausstellung: Puschkinstraße)

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