Orden von der Goldenen Sprotte

Scherzorden, Zinkblech, um 1930, Länge: 6,5 cm

Der Orden stammt aus der Familie des ehemaligen Bützower Landdrosten und späteren Ministerialrats Friedrich Fensch und ist vermutlich das einzige noch existierende Exemplar. Die „Goldene Sprotte“ ist die höchste Auszeichnung, die der „Kalif und Kaiser über Bützow, roi en Güstrow, der Lande Biestow, Rieckdahl und Mistorf Herr“ seit 1895 während seines Hoftags Honoratioren der Stadt verleiht. Das Kaiserreich Bützow war ein Bierstaat Rostocker Studenten, wie er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch an anderen Universitäten bestand. In Bierstaaten werden höfische Titel, Adelsprädikate, Orden und Umgangsformen verulkt.

Die Studenten wählen hierfür kleinere Städte oder größere Dörfer, in denen die Bevölkerung „mitspielt“. Dem aus Rostock mit dem Zug anreisenden „Kaiser“ wird auf der langen Bahnhofstraße Bützows eine „Via triumphalis“ für den festlichen Einzug gestaltet. Begleitet wird er vom Erzkanzler „Entrecote de Ragout-fin“, dem Finanzminister „Mirakel von Mammon“ und dem Gesundheitsminister „Knochenknaak“. Die Ordensverleihung findet vor dem Festmahl im „Hotel de Prusse“ statt. Die Sprotte als höchste Auszeichnung ist wohl darauf zurückzuführen, dass in der Hafenstadt Rostock geräucherter Fisch als Speise auch für Studenten eine besondere Rolle spielt.

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Text: C. RC.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Stiftung Mecklenburg

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Schliemannstaße 2
19053 Schwerin (Eingang zur Ausstellung: Puschkinstraße)

info@stiftungmecklenburg.de

www.stiftung-mecklenburg.de
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