Gusseiserne Wendeltreppe

Gusseisen, 1845, Stufenbreite: ca. 95 cm

Der Einbau der gusseisernen Wendeltreppe im Mittelturm des Jagdschlosses Granitz begann im Oktober 1845. Die Aufschrift „Oktober 1845“ und Signaturen verschiedener Handwerker sind auf der Rückseite der untersten Setzstufe zu finden.

Der Turm wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen, die Treppe stammt aus der Berliner Maschinenbauanstalt und Eisengießerei des Franz Anton Egells. Zwölf Podeste sind an der Innenwand des Turms befestigt und geben den selbsttragenden Läufen ihren Halt. Die 154 Stufen sind ornamental durchbrochen und verleihen der Treppe eine optische Leichtigkeit im Kontrast zu den massiven Mauern. Ein solches Spiel mit dem Raum wird in dieser Weise erst durch das Material möglich:

„Alle Ornamente, durchbrochene Arbeiten und Spitzen, welche sich aus der Architektur frei erheben, um durchsichtige Krönungen in der Architektur zu bilden, werden in dem Metall auf die leichteste, solideste Weise hergestellt.“ (Gutachten Karl Friedrich Schinkels über Zinkguss, 1840. Die von Schinkel für den Zinkguss genannten Vorteile des Materials sind auch auf den Eisenguss übertragbar.)

Die Wendeltreppe ist ein wichtiges Zeugnis preußischen Eisengusses und beweist damit auch die Fortschrittlichkeit des Bauherren Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus.

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Text: A. H.

Das Exponat bezieht sich auf:

Vorpommern bis 1945

Das Originalexponat finden Sie hier:

Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern - Jagdschloss Granitz

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