Chaiselongue

französisch (?), um 1860,
Holz, vergoldet; Seide,
Länge: 155 cm

Die Chaiselongue, deren Zarge, Beine und Lehnenrahmen auf verspielte Weise vergoldete Seile imitieren, gehört zum Originalbestand des Damensalons im Jagdschloss Granitz. Das Möbel folgt Vorbildern aus der Zeit Kaiser Napoleons III., die mit französischen Vorlagenwerken weltweit bekannt wurden, allerdings nur relativ kurz à la mode waren.

Das Ruhebett hat sich als letztes Möbelstück aus diesem Raum erhalten. Die Familie zu Putbus wurde 1945 während der Bodenreform enteignet. Seitdem ist der Großteil des Inventars verschollen.

Fotografien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zeigen die Chaiselongue als Teil eines möglicherweise in Frankreich erworbenen Ameublements, zu dem mehrere Stühle und Armlehnsessel mit Gobelin-Bezug gehörten. Dieser wurde 1938 durch eine handgewebte, rote Wildseide aus der Seidenraupenzucht der Familie Weström in Putbus ersetzt.

Über Muster oder Farbigkeit des Gobelin-Bezugs aus dem 19. Jh. ist weiter nichts bekannt, Befunde des Stoffs haben sich nicht erhalten. Aus diesem Grund wurde bei der Restaurierung der Chaiselongue der Putbuser Stoff als Zeugnis Rügener Handwerkskunst rekonstruiert.

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Text: A. H.

Das Exponat bezieht sich auf:

Vorpommern bis 1945

Das Originalexponat finden Sie hier:

Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern - Jagdschloss Granitz

Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern - Jagdschloss Granitz

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