Philipp Otto Runge: Bildnis der Wilhelmina Sophia Helwig

Philipp Otto Runge (1777 – 1810), Bildnis der Wilhelmina Sophia Helwig,
Öl auf Leinwand, 1807,
Höhe: 116 cm

In den Jahren 1806 und 1807 hält sich der Maler Philipp Otto Runge in seiner Geburtsstadt Wolgast auf. Dort entstehen eine Reihe Familienporträts, darunter auch das seiner 16-jährigen Nichte Wilhelmina Sophia Helwig, die er in Briefen liebevoll "Mienchen" nennt. Wilhelmina steht auf einer Brüstung vor einem aufgewühlten, kräftig bewölkten Himmel und der Kulisse bewegter Baumwipfel. Ihre Linke ist sanft auf das Geländer gestützt. Das Naturereignis lässt sie scheinbar unberührt. Unterstützt durch eine leichte Schwingung des rechten Arms, wendet sie ihren Blick vom Betrachter ab. Sie neigt ihren Kopf in die Richtung des Lichteinfalls. Das verleiht ihrem Körper den zarten Schimmer. Der schweren Farbigkeit des Hintergrunds, dem Violett und Dunkelgrün, ist das schimmernde Pastell ihrer Kleidung und ihres Teints entgegengesetzt.

Doch das Unbestimmbare ihres Blicks, eine Mischung aus Sehnsucht und Schwermut, stellt eine Verbindung zu ihrer Umgebung her, lässt aus der Bewegung der Natur auf eine innere Bewegtheit der jungen Frau schließen.

Der Bedeutungszusammenhang zwischen Landschaft und menschlicher Gestalt ist typisch für den Romantiker Runge. Die halberblühte Rose, die sich rechts an den Körper der Dargestellten schmiegt, unterstreicht den symbolischen Gehalt. In den verschiedenen Wachstumsstadien der Blume spiegelt Runge den Ablauf des menschlichen Lebens wider, dem sich auch Wilhelmina nicht entziehen kann.

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Text: B.F.

Das Exponat bezieht sich auf:

Vorpommern bis 1945

Das Originalexponat finden Sie hier:

Pommersches Landesmuseum

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