Straßenschild „Straße der Aktivisten“

Blech, nach 1945 bis 1991, 89,5 cm x 15 cm

(heute: Friedrich-Jacob-Klepper-Straße)

Die ersten Boizenburger Straßennamen beruhen auf Flurbezeichnungen. Später werden Straßen auch nach heimischen Bäumen, Gebäuden oder auswärts führenden Zielen benannt. Weitere Namen erinnern an Literaten, historische oder politische Personen, wobei diese nach politischen Einschnitten mehrfach gewechselt werden.

Die im Volksmund „Auf der Siedlung“ genannte Stadtrandsiedlung aus den 1930er-Jahren erhält zunächst Straßennamen nach Nationalsozialisten sowie nach „Helden“ des Ersten Weltkriegs. Diese Namen werden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verändert – so auch die „Richthofenstraße“. Sie heißt nun zunächst „3. Gasse“ und schließlich „Straße der Aktivisten“. Dies drückt durchaus Abgrenzung des „Arbeiter- und Bauernstaats“ DDR zur Bundesrepublik Deutschland aus, in einem Ort, der bis 1972 im 5-km-Sperrgebiet liegt und dessen historische Wegebeziehungen auf die andere Seite der innerdeutschen Grenze führen.

Die „Straße der Aktivisten“ ist nach der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 nicht von Dauer: Ihr heutiger Name erinnert an den Lüneburger Weinhändler Friedrich-Jacob-Klepper (1779-1871), eine Boizenburger Persönlichkeit, der einst gegen Napoleon kämpfte.

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Text: I.R.

Das Exponat bezieht sich auf:

Mecklenburg-Vorpommern

Das Originalexponat finden Sie hier:

Heimatmuseum Boizenburg

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