Ernst Barlach: Das Wiedersehen (Christus und Thomas)

Ernst Barlach (1870–1938), Das Wiedersehen (Christus und Thomas),
1926, Stukko holzfarben getönt (für Archivzwecke 1939 vom Holz abgeformt), Höhe: 90,0 cm

In Barlachs Werk finden sich immer wieder Bezüge zum Alten und Neuen Testament, wobei der Künstler bekennt, dass er „das verpflichtende Empfinden für Kirche und Gemeinschaft nicht aus religiösen Gründen, sondern von Natur her“ fühle (1932). Ausgangspunkt der Begegnungsszene ist für Barlach die Stelle aus dem Johannesevangelium 20, 24–29, in der Thomas auf den auferstandenen Christus trifft. Seit dem Mittelalter gibt es zahlreiche Darstellungen dieses Augenblicks in der christlichen Ikonographie. Es gibt aber auch Vorbilder in der neuzeitlichen Druckgraphik, denen der Typus Begegnung von Maria und Elisabeth zuzurechnen ist, dargestellt etwa in Albrecht Dürers Holzschnitt Die Heimsuchung von 1503/04.

Das Landesmuseum Schwerin erwirbt Barlachs Holzskulptur Das Wiedersehen. Dort wird das Werk kurz nach 1933 aus der Ausstellung entfernt und magaziniert. Bei der Beschlagnahmeaktion gegen „entartete Kunst“ konfiszieren die Nationalsozialisten die Figurengruppe 1937 und verbringen sie nach Berlin in ein zentrales Depot. Barlachs Sekretär und Gehilfe Bernhard A. Böhmer (1892–1945) erwirbt als Kunsthändler das Werk zurück und lässt 1939 zu Sicherungs- und Archivzwecken den Abguss in Stukko holzfarben getönt anfertigen. Die Holzskulptur verkauft er an den Fabrikanten und Kunstsammler Hermann F. Reemtsma nach Hamburg, wo sie heute als ein Hauptwerk Barlachs zum Bestand des Ernst Barlach Hauses gehört.

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Text: V. P.

Das Exponat bezieht sich auf:

Mecklenburg bis 1945

Das Originalexponat finden Sie hier:

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18273 Barlachstadt Güstrow

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14. Oktober 2018 - 24. März 2019
Der Große Krieg im Kleinformat - Graphik- und Medaillenkunst zum Ersten Weltkrieg

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