Schnappschloss mit freigerostetem Federmechanismus

Eisen, um 1600, Länge: 10 cm

Das Schloss gehört zu Brunneninhalten, die 1977/78 und 1984 aus den Brunnensohlen von zwölf Schweriner Holzbrunnen geborgen wurden.  Es wird davon ausgegangen, dass dieser nutzungsuntypische Gegenstand nicht zufällig in einen abgedeckten Hausbrunnen aus dem 14./15. Jahrhundert fiel. Vermutlich wurde er absichtlich hineingeworfen, um Magie zu betreiben. Der Schlosszauber stellt die Hauptvariante des so genannten Nestelknüpfens dar.

Zur Verhinderung der Kinderzeugung oder zur Verhinderung einer Lebendgeburt wurde das Schloss während der Trauung vom Nebenbuhler oder einer Hexe heimlich geschlossen und in den Brunnen des Brautpaars geworfen. Der Schlüssel wurde unauffindbar versteckt.

Dem Schlosszauber liegt die alte gynäkologisch-anatomische Vorstellung vom Geburtsschloss zugrunde, das sich nicht öffnen kann, wenn es durch das verschlossene magische Analogon daran gehindert wird.

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Text: A. R.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Burg Penzlin. Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung in Mecklenburg

Burg Penzlin. Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung in Mecklenburg

17217 Penzlin

Telefon +49 3962 210 494
Fax +49 3962 210 135
alte.burg@penzlin.de

www.alte-burg.amt-penzliner-land.de
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Wie die Technik

nach Warnemünde kam
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Ausstellung im Heimatmuseum Wanrmünde

30. Juni 2016 bis 15. Juni 2017