Brautkronen

Wolle, Seide, Stickerei, um 1900, Höhe: 10–20 cm

Zur Auszierde der Braut gehörte, wie in allen ländlichen Bereichen Europas und darüber hinaus, das Tragen einer Hochzeitsbekleidung, gekrönt meist durch einen Kopfschmuck der von der alltäglichen Bekleidung abweicht. Im Bereich der Tracht sind das in Mitteleuropa meist Brautkronen. Für den Bereich des Fürstentums Ratzeburg sind fast 20 dieser filigranen Kopfbedeckungen erhalten. Ein Grundgestell aus Draht ist mit Stoff umwickelt. In der Form unterscheiden sie sich nur geringfügig. Die zylindrischen etwa 10 bis 20 cm hohen Gestelle wurden sehr aufwändig mit beweglichen Silberfäden, den „Bäwernadeln“, kleinen farbigen Glasperlen, bunten Stoff- oder Papierblüten und Federn geschmückt.

Es ist die höchste Ehre eines Mädchens eine Krone bei der Hochzeit zu tragen. Umso schmerzlicher ist es, wenn die Krone versagt wird. Das ist der Fall, wenn die Braut bereits „beslapen würr“, also vorehelichen Verkehr hatte oder eine Witwe wieder heiratet. Die Ausdeutungen sind sehr unterschiedlich. Mit schönen Bändern bis an den Rocksaum verziert, ist die Brauttracht in Schönberg oder Rehna sehr farbenfroh. Die Brautkronen legen hiervon Zeugnis ab.

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Text: O. B.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Volkskundemuseum Schönberger Land

Volkskundemuseum Schönberger Land

An der Kirche 8/9
23923 Schönberg

museumrz@aol.com

www.volkskundemuseum-schoenberg.de
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