Schützenkette

Schützenkette, 1920/30er Jahre, 19 Anhänger, rückseitig beschriftet, Länge: ca. 90 cm

Schützenketten werden dem Schützenkönig verliehen und mit den neu hinzukommenden Orden erweitert. Diese Kette trägt in der oberen Reihe von links nach rechts die Orden: 1. Preis Freihand gest. von R. Nauditt Königsschuß 1933, Mecklburgische Meisterschaft Neubrandenburg 1927, Freihand Schützengesellschaft 24. Juli 1928, Scheibe Eichbaum I. Preis Rostock 1929, Meisterschaft Rostock 1929, Kleine Kalieber 5.8.1930, Gewerker-Schützen Wander-Pokal 1929 I. Preis, Meisterschütze Güstrow 1931.
In der unteren Reihe: III. Meisterschaft Freihandschützen Ges. 1931, Concordia, XX. Meckl. Landesschützenfest Parchim 28.6.–1.7.25, Festscheibe Deutschland 1926, XVIII. Deutsches Bundesschiessen München 1927, Meisterschaft Rostock 1926, Gesellschafts Schiessen 1926, 18. Deutsches Bundesschiessen München 1927, Freihand Schützen-Gesellschaft Rostock 24. Juli 1923, 21. Mecklb. Landes-Schützenfest Neubrandenburg 18.–22.6.1927, Gewerker Schützen Freihand 1927.
Erste Schützenzünfte in Mecklenburg sind bereits 1514 nachgewiesen. Schützenvereine in heutiger Form gehen auf das frühe 19. Jahrhundert im Gefolge der napoleonischen Kriege zurück. Besonders in mecklenburgischen Kleinstädten hat das jährliche Schützenfest große Bedeutung wegen der Abwechslung im sonst eher eintönigen Leben. Ein Zusammenschluss im Mecklenburger Schützenbund entsteht 1865, nach der 1861 erfolgten Gründung des Deutschen Schützenbundes in Gotha.

„Im ewigen Einerlei fließen die Tage in einem solchen kleinen mecklenburgischen Landstädtchen hin […] Aber einen Tag haben diese privilegierten Sitze der Langweiligkeit, der sie für das ganze Jahr vollkommen entschädigt, den gewöhnlich in der Mitte des Sommers stattfindenden ‚Königsschuss‘.[…] Die längst ersehnte Zeit des Königsschusses, gewöhnlich im Monat Juli gefeiert, rückt endlich mit bleiernen Schwingen heran. Das grau löschpapierne „Intelligenzblatt“ des Landes enthält eine in zierlichen Worten abgefasste Einladung „der Älterleute der ehrbaren Zunft“, an Nah und Fern, das Fest durch zahlreichen Besuch zu verherrlichen. Bedeutungsvoller Tag, wo diese Nummer des Blattes in dem Städtlein, dessen Name unter der Einladung prangt, zuerst anlangt. […] Unter sehnsüchtigem Harren, verkürzt durch notwendige Zurüstungen mancher Art, die alle disponiblen Hände jeder Familie vollauf beschäftigen, ist endlich die letzte Woche verstrichen und der Vorabend gekommen. Das Aussehen des Ortes ist ganz verändert und mit dem alltäglichen gar nicht zu vergleichen. Schmutzhaufen aller Art, die das ganze Jahr sich einer ungestörten Ruhe in den Straßen erfreuen durften, sind von ‚Magistratswegen‘ entfernt, damit der feierliche Zug der Schützen dadurch nicht zum Stolpern gebracht würde. […] Alles ist heute voll Lust und Regsamkeit, denn morgen ist ja Königsschuss. Auf den Straßen werden Buden aufgeladen und an den Platz des Festes, gewöhnlich vor dem Tore, nahe am stattlichen Schützenhause, gefahren, dort Näschereien aller Art und bunte Galanteriewaren, wie sie der begehrlichste Sinn nur wünschen kann, aufzunehmen.“
(August Lewald: „Chronik der gebildeten Welt“ 1846)

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Text: C. RC.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Stiftung Mecklenburg

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