Schnittmodell Segelschiff Rostocker Brigg

erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, Maßstab: 1:50, Länge: 123 cm

Die Brigg ist ein zweimastiges Segelschiff mit einer Tragfähigkeit von 90 bis 130 Lasten zwischen 25 und 30 m Länge. Dieser Hochseeschiffstyp bewährt sich auf allen Routen und wird von allen Seefahrtsnationen genutzt. Über Jahrzehnte führt die Brigg zahlenmäßig in der Welthandelsflotte.
Mitte des 19. Jahrhunderts führen der Wegfall inländischer Zölle und die Aufhebung der Akzise zur Konjunkturbelebung der Schifffahrt und des Schiffbaus. In Rostock blüht der Getreideexport. Die Reeder bestellen vermehrt neue Schiffe, die die wenigen Werften an der Ostsee kurzfristig nicht liefern können. In Rostock entstehen allein zwischen 1849 und 1853 neun neue Werften für meist mittelgroße Segler aus Holz.

Die ersten in Rostock erbauten Briggen sind recht stämmige Schiffe, nicht nur in der Formgebung, auch ihre Verbände werden oft überdimensioniert. Die schwarz gemalten, meist mit einem weißen Pfortenband abgesetzten Schiffskörper besitzen keinen oder nur wenig Sprung. Einige haben fast senkrecht verlaufende, andere wieder einen geschwungenen Steven mit vorgebautem Galion, darüber den typischen sehr langen Bugspriet mit langem Klüverbaum. Die Takelung der Brigg entspricht der damals in Nord- und Ostsee gebräuchlichen Weise. Der Fockmast steht wegen des völligen Vorschiffs weit vorn und ist oft niedriger als der Großmast. Um die Jahrhundertmitte hat der Großmast einen besonders starken Fall nach achtern. Dazu ist er von erheblicher Länge, d.h. ebenso lang oder noch länger als die Wasserlinie des Schiffes. Beide Masten sind vollgetakelt,  besitzen also zwei Stengen und tragen Unterrahen.

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Text: P. DC.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock

Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock

IGA Rostock 2003 GmbH
Schmarl-Dorf 40
18106 Rostock

info@iga2003.de

www.schifffahrtsmuseum-rostock.de
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