Wappentafel

1553/1564, Terrakotta, vom ehemaligen Heilig-Geist-Hospital in Burg Stargard, Länge: 62 cm

Die mehrteilige Tafel ist eingefasst von Pilastern und Zierleisten. Vermutlich stammen die Einfassungen aus bereits früher hergestellten Formen. Die Wappenschilde und die Texte entstehen erst 1564 und zeigen die Wappen Herzog Ulrichs III. von Mecklenburg und seiner Gemahlin, Elisabeth von Dänemark. Die Herkunft der Terrakotta ist unklar und der Künstler unbekannt. Sicher ist nur, dass es sich um eine norddeutsche Werkstatt handelt.
Oben rechts ist der gekrönte Stierkopf mit Halsfell (seit 1260) und dem 1509 hinzugefügten Nasenring zu sehen, unten ein Arm mit Binde und Ring – Symbol für die Herrschaft Stargard. Er bezieht sich auf die Heirat zwischen Heinrich II., dem Löwen von Mecklenburg und Beatrix von Brandenburg 1292. Mit der Heirat kommt das Land Stargard an Mecklenburg. Der aufsteigende Greif steht für das Land Rostock, der gekrönte Stierkopf ohne Latzfell für das Fürstentum Wenden. Der halbierte Schild in der Mitte bezieht sich auf den Erwerb der Grafschaft Schwerin um 1366.

Der rechte Teil zeigt das „Große Dänische Wappen“ – rechts oben drei gekrönte liegende Löwen als Symbol für Dänemark, rechts unten drei Kronen für Schweden als Zeichen der Kalmarer Union von Dänemark, Norwegen und Schweden. Links ist oben ein aufsteigender gekrönter Löwe mit Axt für Norwegen und unten ein über neun Herzen liegender, nach vorn blickender gekrönter Löwe als Symbol für den 1361 eingeführten Titel „König der Goten“ zu sehen. Der Lindwurm unten symbolisiert den Sieg Bischof Absalons 1169 über die Slawen auf der Insel Rügen und den 1440 eingeführten Titel „König der Wenden“. Das Kreuz steht für die oldenburgische Provinz Delmenhorst.
Der Mittelschild zeigt fünf Felder. Mit der Wahl Christian I. 1460 zum Herzog der Provinzen Schleswig und Holstein wird das Löwenpaar für Schleswig und das Nesselblatt für Holstein dem dänischen Reichswappen hinzugefügt. Gleichzeitig kommen der Schwan mit der Krone um den Hals für die holsteinische Provinz Stormarn und zwei Balken für Oldenburg hinzu. Das Mittelfeld zeigt einen nach vorn schauenden Widderkopf für die Faröer-Inseln.

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Text: F. S.

Das Originalexponat finden Sie hier:

Museum Burg Stargard

Museum Burg Stargard

Mühlenstraße 30
17094 Burg-Stargard

museum@stargarder-land.de

www.burg-stargard.de/burg
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